Zu den Soiernseen im Vorkarwendel

Soiernseen
Die dramatische Gipfellandschaft über den Soiernseen zog den König so stark an, daß er nah der Soiernspitze eine Berghütte bauen ließ.
Der Lakaiensteig und das Soiernhaus

Von den Soiernbergen und Soiernseen muß Ludwig II. ganz besonders begeistert gewesen sein. Während er fast alle anderen Berghütten, die er regelmäßig besuchte, bereits vorgefunden und – mit der Standortwahl offenbar einverstanden aus dem Nachlaß Maximilians II. übernommen hatte, vermißte er am Kessel unter der Soiernspitze eine Hütte und gab darum den Bau wenige Jahre nach seiner Thronbesteigung in Auftrag. Das war 1866, also noch vor der Errichtung des Schachenhauses (1872). Das Soiernhaus hat die Zeiten überdauert, und die Erinnerung an die Ludwig-Ära lebt auch in dem Namen »Lakaiensteig« fort. Der ist bis heute einer der reizvollsten Wanderwege in den Karwendelbergen über dem Isartal.

Von der Brücke über den Isarkanal in Krün kommt man gleich zur Forststraße, die erst ein kurzes Stück die Isar begleitet, dann einen Felsgraben quert und in gleichmäßigem Anstieg zur Fischbachalm hinaufführt, immer durch naturgeschütztes Waldgelände. Nach gut 2 bis 2,5 Stunden hat man die rund 500 Höhenmeter leicht geschafft und kann nach einer Rast die nur noch geringe Höhendifferenz zum Soiernhaus angehen, und zwar entweder auf dem Forststräßchen oder auf dem »Lakaiensteig«.

Das Forststräßchen führt erst einmal abwärts zum »Hundsstall«, quert den Fischbach, erreicht in weiten Serpentinen den Hang unter der Gumpenkarspitze (2010 m) und von dort das Soiernhaus. Dieser Weg ist auch für Ungeübte gut zu bewältigen. Den »Lakaiensteig« benutzten die Diener Ludwigs II. als Abkürzung, um ihren König bei seinen Soiern-Aufenthalten noch rascher mit dem Notwendigen zu versorgen. So trittsicher wie die Lakaien sollte man auch sein, weil der nur mäßig ansteigende Weg an einigen Stellen sehr schmal ist und an steilen Abstürzen entlangführt (Drahtseilsicherungen). Für Schwindelfreie ist das kein Problem, und die Aussicht ist noch viel großartiger als vom Forstweg. Das Glanzlicht der Wanderung wartet dann beim Soiernhaus: der Blick auf die beiden Soiernseen drunten im Kessel vor dramatischen Felshängen. Gleich zwei blauen Augen liegen sie unter der königlichen Berghütte, wenn ein Schönwetterhimmel sich in ihnen spiegelt.

 Wanderweg: der Lakaiensteig zum Soiernhaus.
Ein aussichtsreicher Wanderweg: der Lakaiensteig zum Soiernhaus, der seinen Namen König Ludwigs Dienern verdankt.

Für den Rückweg bieten sich mehrere Varianten für geübte Bergwanderer an, falls man nicht wieder über die Fischbachalm geht. Für Musikliebhaber: Wer von Mittenwald aufsteigt und dort übernachtet, sollte das Museum im Wohnhaus des Geigenbauers Matthias Klotz besuchen, eines der schönsten originalen alten Gebäude mit Sammlungen u.a. zu Mittenwalds lebendiger Geigenbautradition.