Von Hohenschwangau auf den Säuling

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Der breite Rücken des Säuling über dem Alpsee: Ludwig stieg mit der Familie und Gefolge hinauf.
Der breite Rücken des Säuling über dem Alpsee: Ludwig stieg mit der Familie und Gefolge hinauf.
Familienausflug mit Prinzen

Wie die königliche »Fußreise« am 22. August 1857 auf den Säuling organisiert war, ist detailgenau in der Hohenschwangauer Schloßchronik festgehalten. Außer ihren beiden Söhnen – damals knapp zwölf und neun Jahre alt- durften Königin Marie die Gräfin Fugger, die Prinzenerzieher La Rosée und Emil von Wulffen sowie der Bergführer Lob begleiten. Außerdem gehörten der Hofkoch Hölzelmeier und ein kleiner Troß von Trägern zu der Equipe. Ihre Tour kann man über 140 Jahre später auf der gleichen Route nachvollziehen.

Sie fuhren in den königlichen Wagen mit je zwei bis vier PS von Hohenschwangau bis zur Marienbrücke – wir können, falls wir uns eine Viertelstunde FuBweg sparen wollen, den Bus benutzen. Auf dem Forstvweg 75b (Nummern nach Zumstein-Karte!) und dann wie die königliche Familie »auf dem wohlangelegten Reitwege« kann man in etwa zwei Stunden zur Sailingalpe resp. zu den Älpelewiesen aufsteigen.

Auf dem weiteren Weg zum Gipfel wird einmal eine Leiter zum Einstieg in die Schrofen benutzt. Der Weg Nr. 70b führt zwischen Alpeleskopf und Pilgerschrofen hindurch und erreicht aufösterreichischem Gebiet das bewirtschaftete Säulinghaus (1720 m). Den Aufstieg zum Gipfel macht man auf gesichertem Steig, über Geröll und teils über felsdurchsetzte Grashänge – Achtung bei Nässe! Von der Nordseite her ist der breite Grat und von dort rasch der Gipfel zu ersteigen. Der neunjährige Prinz Otto lief 1857 mit dem Bergführer voran, er wollte vor seinem Bruder der erste am Ziel sein. Die Hofgesellschaft genoß damals dreieinhalb Stunden lang den großen Rundblick und die hoffentlich gelungene Mahlzeit nach Art des Hofkochs Hölzelmeier. Für den Abstieg wählte Königin Marie mit dem Bergführer den streckenweise recht steilen Weg (bald ForststraBe) nach Pflach im Lechtal. Drei Stunden brauchten sie dafür – je größer die Gesellschaft, desto gemäch licher das Tempo waren insgesamt also den ganzen langen Sommertag unterwegs. In Ptlach wurden sie mit Wagen abgeholt; wir werden auf den Bus 9717 warten, um über Füssen nach Hohenschwangau zurückzukommen (vorher Verbindungen und Anschlüsse erfragen!), falls nicht ein Freund mit seinem Pkw zur Stelle ist.

Portalschmuck an Schloß Hohenschwangau. Der junge Ludwig verbrachte viele Sommer auf dem Schloß, das sein Vater erbaut hatte.

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